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Klon-Dateien statt Kopien

Hyperspace: Neues Mac-Tool will Speicherplatz effizienter nutzen

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Mit der Einführung des Apple File System (APFS) im Jahr 2017 hat Apple wesentliche Verbesserungen gegenüber dem zuvor genutzten Dateisystem HFS+ vorgenommen. Eine zentrale Funktion von APFS ist die Möglichkeit, sogenannte Klon-Dateien zu erstellen. Anstatt eine Datei beim Duplizieren physisch zu kopieren, wird lediglich eine Referenz auf die bestehende Datei erzeugt. Dies spart Speicherplatz und beschleunigt den Kopiervorgang erheblich.

Dateitypen Hyperspace

Diese Technik ermöglicht es, Festplattenspeicher effizienter zu verwalten. Dennoch kann es vorkommen, dass identische Dateien existieren, die nicht als Klone gespeichert sind. Ist dies der Fall, belegen entsprechende Zwillinge unnötig viel Speicherplatz.

Hyperspace verspricht Speicheroptimierung

Der App-Entwickler John Siracusa setzt hier an und hat die kommerzielle Hyperspace-Anwendung entwickelt, die sich auf aktuellen Macs um die Speicheroptimierung kümmern soll. Die Applikation soll nicht nur doppelt vorhandene Dateien aufspüren, sondern diese auch in Klon-Dateien umwandeln, ohne dass Daten gelöscht werden müssen. Dadurch soll sich Speicherplatz freigeben lassen, ohne dass der Anwender auf Dateien verzichten müssten.

Die Software scannt das Laufwerk, um doppelt vorhandene Dateiinhalte zu identifizieren. Anschließend kann der Anwender entscheiden, ob er Speicherplatz durch die Umwandlung der Dateien in Klone zurückgewinnen möchte. Die Basisversion der App kann kostenlos heruntergeladen werden, allerdings ist die Freigabe von Speicherplatz nur in der kostenpflichtigen Version möglich.

Hyperspace App Mac

Risiken und Nebenwirkungen

Da Hyperspace direkt in das Dateisystem des Macs eingreift, bestehen durchaus Risiken bei der Nutzung. Die App modifiziert Dateien, die nicht von ihr selbst erstellt wurden, weshalb es potenziell zu unerwarteten Effekten kommen könnte.

Ein potenzielles Problem beim Einsatz von Klon-Dateien ist, dass der tatsächlich benötigte Speicherplatz bei der Übertragung auf ein anderes Laufwerk größer sein kann als erwartet. Beispielsweise könnten fünf Klone einer 100 GB großen Datei auf einer 256 GB Festplatte effektiv nur 100 GB beanspruchen. Beim Kopieren dieser Inhalte auf ein anderes Laufwerk würden jedoch 500 GB benötigt, was die Kapazität eines gleich großen Laufwerks übersteigen würde. Apps wie der Finder können Klone oft nicht korrekt replizieren, sodass zusätzlicher Speicherplatz erforderlich sein kann. Dies gilt auch für viele Backup-Lösungen, die Klon-Dateien nicht in ihre Sicherungen übernehmen.

Hyperspace Kosten

Die Hyperspace-App richtet sich hauptsächlich an technisch versierte Anwender, die sich mit den macOS-Grundlagen auskennen. Hyperspace steht ab sofort im Mac App Store zur Verfügung. Der Scan erfolgt kostenlos. Die Nutzung der Anwendung wird mit 9,99 Euro monatlich, 22,99 Euro jährlich oder einmalig 55,99 Euro berechnet.

Laden im App Store
‎Hyperspace: Reclaim Disk Space
‎Hyperspace: Reclaim Disk Space
Entwickler: Hypercritical LLC
Preis: Kostenlos+
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26. Feb. 2025 um 07:49 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Klingt erstmal super, aber auch gleichzeitig „gefährlich“! Im Grunde sollte Apple diese Funktion aber zu dem neuen Dateisystem hinzufügen, da es dieses ja abrundet und dann eben ungefährlich automatisiert laufen kann.

  • Irgendwie fehlen mir dazu tiefergehende Infos.
    Im Artikel wird geschrieben: „Dennoch kann es vorkommen, dass identische Dateien existieren, die nicht als Klone gespeichert sind. Ist dies der Fall, belegen entsprechende Zwillinge unnötig viel Speicherplatz.“
    In welchen Fällen kommt das vor, obwohl das Dateisystem dies ja verhindern soll.
    Für mein Verständnis sollte das eine Funktion sein, die im Betriebssystem, oder hat in die Funktionsweise das Dateisystems, intergriert ist. Okay, da sie es offenbar nicht ist, gibt es nun dieses Tool.
    In dem Beispiel können 1,88GB mit dem Kauf des Tools eingespart werden.
    Auf 1TB umgerechnet würde das einen Preis von knapp 32.000 € ergeben, wenn der Einmalkauf (60 €) zugrundegelegt wird.
    Okay, mit dem Kauf kann immer wieder Speicher eingespart werden.
    Daher die Frage, wann (und wie oft) kommt es vor, das Dubletten entstehen? Kann der User das durch seinen Workflow beeinflussen?

  • Ich würde ergänzen, dass der Entwickler John Sirscusa kein Unbekannter ist. Seine Reviews von neuen macOS Versionen bei Ars Technica waren immer Pflichtlektüre für alle, die wirklich jedes Detail wissen wollten.

  • Für mich sieht das analog so aus, als wenn eine Doublette durch einen Hardlink ersetzt werden würde. Das ist völlig Unix- und Linux- konform. Auch Windows (nur NTFS) unterstützt solche Mechanismen

    • Es wird kein Hardlink gesetzt. Hier geht es um die Copy-On-Write Technik.
      Bei einem Hardlink würdest du eine Datei bearbeiten, und die andere Datei hätte die Änderung auch, weil es die selbe Datei ist. Bei Copy-On-Write bleiben es unterschiedliche Dateien, du kannst eine Datei ändern, und die andere bleibt unverändert. An zusätzlichem Speicherplatz wird nur die Änderung verbraucht.

  • Kommt das wirklich so häufig vor, daß gleiche Dateien an mehreren Stellen liegen, daß sich so etwas lohnt?

    • Gerade habe ich es selbst getestet und auf meinen externen Arbeits-SSD wurden insgesamt 0 doppelte Dateien gefunden.

      PS: Außerdem habe ich dabei hier aus Versehen den „Melden“ Button gedrückt.

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