Der ACEMAGIC LX15 kostet 279 Euro
Ein kompletter Windows-Laptop zum Preis des Magic Keyboards – kann das gutgehen?
Nach unserer Auseinandersetzung mit dem Mini-PC NiPoGi E2 hatten wir eigentlich nicht vor, uns schon so bald wieder mit der Windows-Welt zu beschäftigen. Doch ultragünstige Komplettangebote wie der ACEMAGIC LX15 interessieren uns dann doch und erinnern ein wenig an das Produktversprechen des Asus Eee PC, den wir uns 2007, trotz vorhandener Macs einfach kaufen mussten. Den Eee PC haben wir damals vor allem gekauft, um an diesem herumzukonfigurieren – weniger, um ihn ernsthaft produktiv einzusetzen.
Günstiger als Apples iPad-Tastaturen: Mit 512 GB, Webcam und Windows 11
Auch der LX15, ein 15,6-Zoll-Notebook für rund 280 Euro, weckt dieses Bastelgefühl. Für einen Preis, für den es bei Apple nicht mal die günstigere der beiden iPad-Tastaturen gibt, kann hier voll uns ganz in die Windows-Welt abgetaucht werden. Der ACEMAGIC verspricht ein vollwertiges Komplettpaket für den Büroeinsatz. In unserem Fall wird der Laptop künftig in einem Kindergarten stehen – als wenig glamouröses Teamgerät für die schnelle Online-Recherche und gelegentliche Zoom-Gespräche. Ein Szenario, in dem mit Beschädigungen zu rechnen ist, und wir einen Laptop wollten, der ruhig auch mal mit schmutzigen Fingern angefasst werden kann und niemand ein schlechte Gewissen haben muss, wenn dieser mal plötzlichen Bodenkontakt haben sollte.
Wer mit entsprechend niedrigen Erwartungen an ein Gerät wie den LX15 herangeht, wird vielerorts positiv überrascht – stößt aber auch auf die typischen Kompromisse, die Hersteller bei diesem Preisniveau eingehen müssen. Beginnen wir mit den offensichtlichen Schwächen des Gerätes, um diese direkt aus dem Weg zu räumen.
Die größten Schwächen: Tastatur, Display, USB-C
Die Verarbeitung des Notebooks ist besser, als man es in dieser Preisklasse erwarten würde. Das Gerät lässt sich allerdings nur mit zwei Händen öffnen, da das Scharnier straff sitzt und der Laptop beim Einhandversuch nach hinten kippt. Das 15,6 Zoll große IPS-Display ist entspiegelt, aber nicht sonderlich hell – bei maximaler Helligkeit zwar brauchbar, in sehr hellen Umgebungen aber schwer abzulesen. Wer üblicherweise mit dem Rücken zur Sonne sitzt, wird die Fenster zuziehen müssen.
Ein besonders ärgerlicher Punkt ist der verbaute USB-C-Anschluss. Dieser dient ausschließlich der Datenübertragung und lässt sich nicht zum Laden verwenden. Damit ist man immer auf das mitgelieferte Netzteil angewiesen – wirklich schade, gerade was die Portabilität des Gerätes betrifft.
Der USB-C-Port kann nur Daten übertragen
Tastaturmatte statt lokalisiertem Layout
Die größte Einschränkung im Alltag betrifft jedoch die Tastatur: Statt eines deutschen QWERTZ-Layouts liefert ACEMAGIC lediglich ein amerikanisches Tastatur-Layout – ergänzt um mehrere Gummimatten, die verschiedene Ländervarianten abdecken. Je nach gewünschtem Layout legt man die entsprechende Matte einfach auf die Tastatur. Diese hält gut, verändert aber das Tippgefühl deutlich und erinnert an die dünnen Kunstsoff-Schutzmatten für MacBooks, wie sie in Werkstätten oder bei staubigen Arbeitsplätzen eingesetzt werden.
Für den Kindergartenbetrieb nehmen wir diesen Umstand nicht als Nachteil wahr – ganz im Gegenteil. Wissenswert ist die Tatsache, dass die Tastaturlokalisierung über ergänzende Matten erfolgt, aber allemal.
Unkonventionell: Tastatur-Lokalisierung mit Gummimatten
Die inneren Werte: Mehr als ausreichend für einfache Aufgaben
Unter der Haube des LX15 arbeitet ein Intel N97 Quad-Core-Prozessor der 12. Generation mit bis zu 3,6 GHz, unterstützt von 16 GB DDR4-RAM und einer 512 GB SSD. Diese Kombination sorgt für eine flüssige Nutzung von Windows 11 im Alltag: Der Firefox-Browser läuft stabil, Livestreams werden sauber abgespielt, Office-Anwendungen funktionieren problemlos und auch Videokonferenzen stottern nicht.
Für alles, was darüber hinausgeht – etwa anspruchsvolle Bildbearbeitung oder Gaming – ist der LX15 allerdings nicht gemacht. Hier sollte man sich direkt in einer anderen Geräteklasse umsehen.
Akkumanagement mit Luft nach oben
Ein weiterer Schwachpunkt ist das Energie-Management. Zwar sorgt der integrierte 5000-mAh-Akku in Kombination mit dem leisen Lüfter für einen angenehmen Betrieb ohne störende Geräusche oder starke Hitzeentwicklung – im Standby-Modus entleert sich die Batterie jedoch spürbar schnell. Wer das Gerät nur gelegentlich nutzt, sollte im Hinterkopf behalten, dass beim nächsten Einschalten oft ein Netzteil benötigt wird.
Eine Büromaschine: Firefox, Office und Windows 11 laufen problemlos
Solides Touchpad und praktische Extras
Das große Touchpad hinterlässt einen guten Eindruck: Es reagiert zuverlässig und unterstützt sowohl klassische Klicks in den unteren Ecken als auch Gesten wie den Zwei-Finger-Tipp für Kontextmenüs. Über die Funktionstasten lassen sich Lautstärke, Displayhelligkeit und sogar der integrierte Ziffernblock bequem steuern.
Erwähnenswert ist auch die integrierte Webcam mit physischer Abdeckung – ein praktisches Detail für alle, denen Datenschutz wichtig ist. Die Auflösung liegt bei 720p, was für einfache Videokonferenzen absolut ausreicht.
Wer Windows nicht vertraut nutzt die mechanische Webcam-Abdeckung
Eine Maschine für überschaubare Anforderungen
Würden wir uns privat für ein Notebook in der ultra günstigen Kategorie entscheiden müssten, käme der ACEMAGIC LX15 wohl nicht in Frage. In unserem Alltag würden wir lieber auf gebrauchte uns in die Jahre gekommene MacBooks setzen, die in Sachen Energieeffizienz, Trackpad-Präzision und Betriebssystem einfach vorne liegen.
Doch für bestimmte Einsatzbereiche – etwa in Kindertagesstätten, Gemeinschaftsbüros oder bei Nutzern, die mit macOS nichts anfangen können – kann der LX15 eine durchaus sinnvolle Wahl sein. Besonders dann, wenn der Preis das ausschlaggebende Kriterium ist.
Abschließende Eindrücke aus dem Alltag
Im praktischen Einsatz zeigt sich der ACEMAGIC LX15 als durchaus verlässlicher Begleiter für einfache Aufgaben. Beim Schreiben von Protokollen, dem Bearbeiten von Dienstplänen oder dem Starten von Zoom-Meetings macht er eine gute Figur. Das Kamerabild ist für Videokonferenzen vollkommen ausreichend, die Tonqualität hingegen eher schwach: Für Nachrichtenstreams oder Gespräche reicht es, aber wer einen Film schauen oder Musik hören will, der greift dann doch besser zu Kopfhörern.
Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, knarzt aber nicht und wirkt – gemessen am Preis – völlig in Ordnung. Zwar fehlt uns der direkte Vergleich mit Konkurrenzgeräten dieser Preisklasse, doch im vorgesehenen Nutzungsszenario leistet der LX15 genau das, was er soll. Im Akkubetrieb hält der Laptop etwa 3,5 Stunden bei durchgehendem Videostream im Browser – auch das nicht zu vergleichen mit einem MacBook aber wohl ein akzeptabler Wert für ein Gerät dieser Kategorie.
Damit bleibt der Gesamteindruck bestehen: Der ACEMAGIC LX15 ist keine Offenbarung, aber ein solides, günstiges Arbeitsgerät für einfache Aufgaben – und genau dafür ist er gemacht.
Die größte Enttäuschung bleibt der nicht ladende USB-C-Port – ansonsten liefert der ACEMAGIC genau das, was man sich von einem 280-Euro-Laptop erwartet.
Ich wette das reicht für alle die nicht mit ihrem MacBook arbeiten vollkommen haha
Aber auch mal nett zu zeigen was so eine iPad Tastatur für einen Gewinn abwirft.
Für alle die meinen isr doch ein guter Preis hahaha
Hahaha… NICHT!!!
Wow, 512 GB ROM… was in diesem ‚Read Only Memory‘ wohl alles drin steht?
Wow, ein Schreibfehler – Schlimm… NICHT!!! XD
Ok, mein Kommentar war erst weg und dann wieder da… wirklich transparent ist das nicht :-(
Schonmal an Cache gedacht?
Und ja, EEPROM einfach nur mit ROM abzukürzen ist eigentlich eine Unsitte, die sich auch bei vielen Herstellern durchgesetzt hat. Das steht übrigens für Electrically Eraseable Programmable Read-Only Memory.
Windows Lizenz ist da dabei?
In der Regel ist die Windows Lizenz im BIOS hinterlegt.
Steht unter dem Bild
Kann jemand beantworten ob es möglich ist, darauf Home-Assistant laufen zu lassen (sozusagen als Server anstatt eines Raspberry Pi oder Home Assistant Green bzw. Home Assistant Green)
Das geht einwandfrei.
Könnte unter Umständen funktionieren. Ein Linux drauf installieren und dann HA installieren. Aber warum sollte man das machen. HA braucht keinen Bildschirm (zumindest der Server nicht) Ein Pi dürfte da deutlich effizienter für sein…
Sollte problemlos funktionieren. Ich würde allerdings keinen N97 sondern einen N100 wählen, da die TDP beim N97 doppelt so hoch ist (12 W und 6 W).
Da ist technisch sicher kein Problem- aber ob es sinnvoll ist? HA läuft 24/7 – willst Du das wirklich ein NB, permanent am Strom laufen lassen?